Nach einem Artikel von Peter Blunschi

Die Tiefengeothermie zur Stromerzeugung (Bohrungen in rund 4000 Metern Tiefe) erlitt in der Schweiz schwere Rückschläge, nachdem entsprechende Projekte in Basel (2006) und St. Gallen (2013) Erdbeben ausgelöst hatten. Während die Schweiz bei der oberflächennahen Geothermie fürs Heizen (Erdsonden bis 500 Meter) europaweit führend ist, bleibt die Tiefengeothermie in der Bevölkerung aufgrund von Sicherheitsbedenken und der Angst vor seismischen Aktivitäten stark umstritten.
Trotz der vergangenen Ereignisse hält der Bund im Rahmen der Energiestrategie 2050 an der Technologie fest. Ein aktuelles Tiefengeothermie-Projekt in Haute-Sorne (JU) sorgt derzeit für neue Hoffnung in der Branche. Die kürzlich abgeschlossene Explorationsphase verlief erfolgreich. Die Projektverantwortlichen betonen, dass man aus den Fehlern von Basel gelernt habe und nun wesentlich vorsichtiger agiere. Ziel ist es, bis Ende 2029 ein Kraftwerk in Betrieb zu nehmen, das sowohl Strom als auch Fernwärme liefert.
Das Projekt stösst jedoch auf geteiltes Echo:
Das realistische Potenzial der Geothermie in der Schweiz wird bis zum Jahr 2040 auf rund 250 Megawatt geschätzt, was etwa einem Viertel der Leistung eines Atomkraftwerks entspricht. Damit könnten jährlich rund acht Terawattstunden Strom erzeugt werden. Ein wesentlicher ökologischer Vorteil der Technologie bleibt, dass sie im Verhältnis zur erzeugten Energiemenge nur sehr wenig Erdoberfläche beansprucht.
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