Nach einem Artikel in The Economist vom Team von The Economist

Der Artikel argumentiert, dass die Geothermie derzeit eine technologische Revolution durchläuft, die sie von einer unbedeutenden, geografisch gebundenen Energiequelle in eine globale Kraftquelle verwandeln könnte, die es mit der Kernenergie aufnehmen kann.
In der Vergangenheit machte die Geothermie weniger als 1 % der weltweiten Stromerzeugung aus, da sie sehr spezifische natürliche Bedingungen erforderte: heißes Gestein im Untergrund, Wasser sowie natürliche Porosität und Klüfte (wie sie beispielsweise in Island oder Kalifornien vorkommen).
Heute nutzen Start-ups wie Fervo Energy Techniken aus der Öl- und Gas-Fracking-Industrie – insbesondere Horizontalbohrungen und hydraulisches Fracking –, um Enhanced Geothermal Systems (EGS) zu errichten. Indem sie fast überall in heißes, trockenes Gestein bohren und künstliche Risse erzeugen, um Wasser zirkulieren zu lassen, können sie Wärme dort gewinnen, wo herkömmliche Geothermie bisher unmöglich war. Das Cape-Station-Projekt von Fervo in Utah beweist dies bereits im großen Maßstab und hat historische kommerzielle Verträge zur Stromversorgung von Netzen und Versorgungsunternehmen abgeschlossen.
Wind- und Solarenergie sind zwar kostengünstig, aber unbeständig (sie hängen vom Wetter und dem Sonnenuntergang ab). Da Technologiegiganten riesige, stromhungrige Rechenzentren ausbauen, um künstliche Intelligenz voranzutreiben, benötigen sie „zuverlässigen, flexiblen und sauberen Strom“, der rund um die Uhr verfügbar ist. Geothermie eignet sich hierfür in einzigartiger Weise und bietet die konstante Grundlastzuverlässigkeit eines fossil befeuerten oder Kernkraftwerks – ohne Treibhausgasemissionen oder Atommüll.
Der Artikel wirft zudem einen Blick auf die Zukunft der „Superhot“-Geothermie. Unternehmen wie Quaise Energy arbeiten an Technologien für extrem tiefe Bohrungen (unter Verwendung von gerichteten Millimeterwellen-Energestrahlen anstelle mechanischer Bohrmeissel), um bis zu 8 Kilometer oder tiefer in die Erde vorzudringen. In diesen Tiefen versetzt die extreme Hitze Wasser in einen „überkritischen Zustand“ (weder flüssig noch gasförmig), wodurch pro Bohrloch weitaus mehr Energie freigesetzt und der Platzbedarf der Anlagen erheblich reduziert werden kann.
Trotz des Optimismus und des Kapitalzuflusses (Prognosen zufolge könnten die kumulierten weltweiten Investitionen bis 2035 1 Billion US-Dollar erreichen) bleiben Herausforderungen bestehen. Dazu zählen hohe Vorlaufkosten für Bohrungen, technische Schwierigkeiten beim Betrieb elektronischer Geräte in extremen Umgebungen tief im Erdinneren sowie regulatorische Hürden in Bezug auf Schürfrechte und Genehmigungen.
„The Economist“ kommt zu dem Schluss, dass die Geothermie dank der jüngsten technologischen Fortschritte endlich aus ihrer Nische heraustritt. Durch die Kombination von kontinuierlicher Zuverlässigkeit mit nahezu unbegrenzter geografischer Skalierbarkeit ist sie auf dem besten Weg, ein Eckpfeiler des zukünftigen Netzes für saubere Energie zu werden.
Link zum Artikel (nur für Zeitungsabonnenten)