Nach einem Artikel von Claus Hecking in Der Spiegel

Der Artikel beleuchtet eine technologische Ironie: Während die großen Tech-Konzerne des Silicon Valley (Google, Meta, Amazon) händeringend nach sauberen, massiven Energiequellen für ihre KI-Rechenzentren suchen, setzen sie auf eine Technologie, die maßgeblich in Deutschland mitentwickelt wurde – dort aber politisch und gesellschaftlich fast in der Versenkung verschwand.
Der Artikel beschreibt die EGS-Technologie (Enhanced Geothermal Systems – künstliche Geothermie-Systeme). Er verdeutlicht, dass die Methoden zur Rissbildung im tiefen Gestein, um Hitze zu gewinnen, in Europa (speziell im deutsch-französischen Projekt in Soultz-sous-Forêts) über Jahrzehnte erforscht wurden.
Der unstillbare Hunger der KI: KI-Modelle benötigen gigantische Mengen an Strom. Da Wind und Sonne schwanken, brauchen Konzerne wie Google eine „Grundlast“ – also Energie, die 24/7 zur Verfügung steht. Hier kommt die Geothermie ins Spiel.
Das deutsche Know-how: Viele der Bohrtechniken, Sensoren und Simulationsmodelle, die heute US-Start-ups wie Fervo Energy nutzen, basieren auf deutscher Ingenieurskunst und Forschung. Deutschland gilt weltweit als Pionier in der Geologieforschung und bei Präzisionsbohrungen.
Das „German Paradox“: Der Spiegel kritisiert, dass Deutschland zwar die Grundlagenforschung finanziert und die Patente entwickelt hat, die Umsetzung im eigenen Land aber durch Bürokratie, Angst vor induzierter Seismik (Mikro-Erdbeben) und mangelndes Risikokapital ausgebremst wurde.
Die USA als Nutzniesser: US-Unternehmen haben das deutsche Wissen adaptiert, mit Fracking-Technologien aus der Ölindustrie kombiniert und industrialisiert. Google nutzt diese nun bereits in Nevada, um Rechenzentren CO2-frei zu betreiben.
Ein Weckruf für die Politik: Der Artikel schließt mit der Mahnung, dass Deutschland Gefahr läuft, eine Schlüsseltechnologie der Energiewende endgültig ans Ausland zu verlieren – ähnlich wie zuvor bei der Photovoltaik.
Die Technologie, die heute den Energiebedarf der künstlichen Intelligenz in den USA decken soll, ist ein „Exportprodukt“ der deutschen Forschung, das im eigenen Land nie den Durchbruch zur industriellen Anwendung geschafft hat. Der Spiegel bezeichnet dies als verpasste Chance für den Wirtschaftsstandort Deutschland.
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