Um die ersten Ergebnisse der vorangegangenen geophysikalischen Messkampagnen (2023–24) weiter zu verfeinern, werden in Kürze zwei Rüttelfahrzeuge ein Gebiet von 30 km² rund um die Bohrung abfahren.
Die 3D-Reflexionsseismik ist ein nicht-invasives Verfahren, das nach einem ähnlichen Prinzip wie die medizinische Ultraschalluntersuchung funktioniert: Der Lkw erzeugt Schwingungen, und der Untergrund reflektiert diese Wellen je nach Beschaffenheit und Struktur des Gesteins auf unterschiedliche Weise. In regelmässigen Abständen aufgestellte Geophone erfassen an der Oberfläche die zurückgeworfenen Signale und zeichnen die Daten auf, anhand derer Geologen ein dreidimensionales Bild des Untergrunds erstellen können. Die 3D-Seismik wird im Vergleich zu den bisher erfassten Daten einen zusätzlichen Detaillierungsgrad liefern. Diese Methodik wurde vom Schweizerischen Seismologischen Dienst (SED) empfohlen.
Die Messungen werden von Geo2X durchgeführt, einem auf diesem Gebiet kompetenten Unternehmen, das bereits im vergangenen April erfolgreich die 2D-geophysikalische Messkampagne im Tal von Delémont durchgeführt hat.
Die Messungen beginnen am 14. Januar und dauern etwa zwei Wochen; sie finden tagsüber (ca. 8:00–18:00 Uhr) statt. Die Lkw werden hauptsächlich und vorrangig öffentliche Strassen befahren, vor allem in den Ortschaften Bassecourt, Glovelier und Boécourt.
Die Lärmbelästigung ist von kurzer Dauer und tritt nur während der Durchfahrt des Rüttelfahrzeugs auf. Die Schwingungsamplitude wird überwacht und entspricht den geltenden Normen, sodass keine Auswirkungen auf Gebäude, Strassen oder Leitungen zu befürchten sind. Die von den Messungen betroffenen Anwohner wurden im Voraus informiert.
Die Daten, die dabei gewonnen werden, sowie die bereits im Rahmen der Explorationsbohrung und früherer Messkampagnen gesammelten Daten werden die Planung der nächsten Projektphasen ermöglichen. Aus wissenschaftlicher Sicht handelt es sich um eine grosse Chance, die Kenntnisse über die Geologie des Jura deutlich zu verbessern. Bislang wurde der tiefe Untergrund auf nationaler Ebene nur sehr lokal so genau beschrieben.
Im März und April 2025 werden Stimulationstests in der Explorationsbohrung durchgeführt, die im Sommer 2024 erfolgreich abgeschlossen wurde. Vor Beginn dieser Messungen werden detaillierte Informationen bereitgestellt.
Zur Erinnerung: Dieses Projekt könnte bei positiven Ergebnissen die Stromversorgung von mehr als 6.000 Haushalten ermöglichen.
| Geo-Energie Suisse AG ist das Schweizer Kompetenzzentrum für Tiefengeothermie zur Strom- und Wärmeerzeugung. Das Unternehmen wurde im November 2010 gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern gehören Stadtwerke sowie regionale Energieversorger aus der ganzen Schweiz (aet, EBL, ewz, EOS, ewb, GVM, iwb). Die Geo-Energie Suisse AG beschäftigt rund zwanzig Mitarbeitende und wird punktuell von externen Spezialisten unterstützt. |
| Geo-Energie Jura SA wurde 2015 gegründet. Ihre Aktionäre sind Geo-Energie Suisse AG, ebl, ewb und ewz. Ziel der Gesellschaft ist es, das Geothermieprojekt in Haute-Sorne zu realisieren und anschliessend zu betreiben. Aufgrund einer im Juni 2015 zwischen der Gemeinde Haute-Sorne, dem Kanton Jura und Geo-Energie Suisse geschlossenen dreiseitigen Vereinbarung ist die Gesellschaft in der Gemeinde Haute-Sorne ansässig. |