Nach einem Artikel von Martin Läubli im Tages Anzeiger

Nach jahrelangen Verzögerungen durch Einsprachen und juristische Hürden hat ein wegweisendes Energieprojekt in der Schweiz einen Meilenstein erreicht: In Haute-Sorne (Kanton Jura) wird seit dem 21. Mai offiziell gebohrt. Das Ziel der Betreiberfirma Geo-Energie Suisse ist es, die Wärme aus der Tiefe für die CO2-freie Stromproduktion zu nutzen.
Der Optimismus in der Branche ist spürbar, was vor allem an Erfolgen in Übersee liegt. In Nevada (USA) betreibt das Start-up Fervo Energy bereits seit Ende 2023 ein Geothermie-Kraftwerk, das Strom für die Rechenzentren von Google liefert.
Der Optimismus in der Branche ist spürbar, was vor allem an Erfolgen in Übersee liegt. In Nevada (USA) betreibt das Start-up Fervo Energy bereits seit Ende 2023 ein Geothermie-Kraftwerk, das Strom für die Rechenzentren von Google liefert.
Für das Schweizer Projekt ist dies ein Glücksfall:
Technologie-Transfer: Das US-Verfahren basiert auf einer Methode, die Geo-Energie Suisse für die Schweiz patentiert hat.
Sicherheitsnachweis: In Nevada gelang die Stimulierung des Gesteins ohne spürbare Erdbeben (maximal 1,8 auf der Richter-Skala), was die Bedenken nach dem Scheitern früherer Schweizer Projekte (wie 2006 in Basel) entkräften soll.
Die Technik in Haute-Sorne ist hochkomplex:
Um das Erdbebenrisiko zu minimieren, setzt Geo-Energie Suisse auf eine vorsichtigere Strategie als die US-Kollegen. Es wird mit deutlich weniger Wasserdruck und -volumen gearbeitet. Zudem überwacht der Schweizerische Erdbebendienst das Projekt mit modernster Glasfaser-Messtechnik in Echtzeit.
Wirtschaftlich bleibt die Geothermie eine Herausforderung. Während in den USA die Bohrkosten durch staatliche Förderung und Skaleneffekte massiv sinken, setzt man in der Schweiz auf eine kombinierte Nutzung:
Haute-Sorne gilt als die "letzte Chance" für die Tiefengeothermie in der Schweiz. Verläuft das Projekt erfolgreich, könnte dies der Startschuss für weitere Anlagen in Stadtnähe sein. Bis 2050 rechnet der Bund damit, dass Tiefengeothermie rund 2 Terawattstunden Strom liefern könnte – das entspricht etwa zwei Dritteln der Leistung des ehemaligen Kernkraftwerks Mühleberg.
Hintergrund:Dieser Bericht basiert auf aktuellen Entwicklungen rund um das Geothermie-Projekt in Haute-Sorne und Vergleichen mit US-amerikanischen Pilotprojekten.
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